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Setzers Abende
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Setzers Abende

  • Deutschland, Freitag morgen, 10h.

    Die Schüler: "Ihr nehmt uns unsere Zukunft, die Zerstörung der Welt ist euch völlig gleichgültig, ihr seid unfähig, käuflich, indifferent ..."

    Die Politiker: "Schon recht, und das macht uns echt betroffen. Aber solltet ihr nicht in der Schule sein und lernen? Wie sonst wollt ihr so werden wie wir?"

    Der Unternehmensberater und Pleitier und FDP-Chef Christian Linder hatte dazu den schönen Einwand, man sollte die Rettung der Welt "den Profis überlassen" - also keinesfalls Leuten wie ihm, wie er selbst betonte! Er ist nur hier wegen der Sitzungsgelder und Diäten.

    Immerhin sitzt Lindner einer Partei vor, die mal durch reine Lobbyarbeit den Mehrwertsteuersatz für Hotels senkte, nachdem eine üppige Spende der Mövenpick-Kette bei der FDP eingegangen war. Lindner gehört eben (wie Andreas Scheuer) dieser neuen, jungen, dynamischen Politikerkaste an, die nach der Maxime lebt "Natürlich bin ich ein Idiot und bis ins Mark korrupt, aber sehe ich nicht fantastisch aus?".

    Die Mövenpick Hotels sind die Lieblingstagungsorte der AfD, und die AfD ist die Lieblingspartei der Mövenpick-Inhaber. Man sucht sich halt seine lobbiierbaren Deppen wo man sie kriegen kann.

    Dabei sind die Nazi-Clowns der AfD nicht das größte Problem. Schlimmer ist der Backlash, wie er sich im Mainstream niederschlägt. In einer Regierung, die praktisch eine Daueramnestie für die Autobranche beschlossen hat (Leute hunderttausendfach zu vergiften ist keine Straftat, solange dadurch Arbeitsplätze und Aufsichtsratssitze gesichert werden). Einer CDU-Chefin, die altbackene Schwulenwitze für ein Zeichen der Entkrampfung hält. Einer Bildungsministerin, die dagegen ist, dass homosexuelle Paare Kinder aufziehen. Einem Gesundheitsminister, der für viele Millionen Euro "Studien" durchführen lässt, inwieweit Abtreibungen "traumatisierend" wirken. Und einem Innenminister, der jedes Mal, wenn er über seine eigenen Füße stolpert, laut schimpft : "Mein Gott, diese Ausländer! - alle verhaften".

    Sie alle sehnen sich nach einer Zeit zurück, in der es der größte Ausdruck persönlicher Freiheit war, "Negerkuss" und "Zigeunerschnitzel" und "Kanake" sagen und seine Frau schlagen zu dürfen und den Pfaffen nicht zu fragen, was er da eigentlich mit seinen Messdienern in der Sakristei anstellt. Also die gute alte Zeit, die immer dann zurückkommt, wenn der Widerstand der Aufklärung nachlässt.